Der gesetzliche Einlagensicherungsfonds ist eines der Argumente für die Geldanlage in Form von Sichteinlagen wie das Geld auf dem Girokonto oder Spareinlagen wie das Festgeld, das Tagesgeld oder der Sparbrief, weil er für eine attraktive Sicherheit sorgt.

Er garantiert dem Anleger, dass selbst bei einer Insolvenz der Bank Guthaben bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Kunde abgesichert sind. Diese gesetzlich vorgeschriebene Absicherung erweitern viele Banken um eine Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), der einen Schutz bis zu einer sehr viel höheren Sicherungsgrenze bietet.

In Frankfurt ist jetzt eine Sonder-Delegiertenversammlung des Bundesverbandes deutscher Banken zusammen gekommen, um über Änderungen dieser Sicherungsgrenze für Spareinlagen zu sprechen. Dabei wurde beschlossen, dass diese Grenze von momentan 30 Prozent auf nur noch 8,75 Prozent des haftenden Eigenkapitals einer jeden Bank und pro Kunde reduziert wird. Das bedeutet, dass geringere Guthaben der Kunden abgesichert sind als vorher. Das sieht zunächst nach einem großen Einschnitt in die Sicherheit der Geldanlage aus. Eine genauere Betrachtung dieser Situation dürfte aber die große Panik ausbleiben und Tagesgeld, Festgeld und Sparbrief weiterhin als beliebte und vor allem sichere Form der Geldanlage bestehen lassen.

Entspannte Betrachtung dieser Entwicklung

Zum einen erfolgt diese Herabstufung der Sicherungsgrenze in Etappen, die wie folgt geplant sind:

  • 01. Januar 2015: Reduzierung von 30 Prozent auf 20 Prozent
  • 01. Januar 2020: Reduzierung von 20 Prozent auf 15 Prozent
  • 01. Januar 2025: Reduzierung von 15 Prozent auf letztendlich 8,75 Prozent

Neben dieser schrittweise erfolgenden Reduzierung der abgesicherten Guthaben beruhigt auch die Tatsache, dass sich die 8,75 Prozent beziehungsweise die ab 2015 zunächst geltenden 20 Prozent nicht auf das jeweilige Guthaben der Anleger, sondern auf das haftende Eigenkapital der entsprechenden Bank bezieht und somit eine sehr hohe Summe darstellt, die neben der gesetzlich abgesicherten Summe noch zusätzlich vor einer Insolvenz der Bank geschützt ist.

Hohe Absicherung auch bei kleinen Banken

Nimmt man beispielsweise die größeren Geldinstitute in Deutschland, weisen diese ein haftendes Eigenkapital von mehreren, oft zweistelligen Milliardenbeträgen auf. Betrachtet man dabei zum Beispiel eine Zahl von 10 Milliarden Euro und den ab 2025 geltenden Satz von 8,75 Prozent, sind pro Kunde dieser Bank Spareinlagen bis zu einer Höhe von 875 Millionen Euro abgesichert.

Setzt man zur genaueren Betrachtung der Folgen die Maßstäbe einmal an das untere Ende der Banken, was die Finanzkraft angeht, stößt man in Deutschland auf die Untergrenze von fünf Millionen Euro, die als Eigenkapital notwendig sind, um überhaupt eine Bank gründen zu können, die sich dem Einlagen- und Kreditgeschäft widmen darf. Von diesen fünf Millionen Euro gerechnet ergeben die 8,75 Prozent immer noch ein abgesichertes Guthaben von 437.500 Euro pro Kunde und somit eine optimale Absicherung für die Mehrzahl der Anleger. Sollte das in Spareinlagen um investierende Geld diese Summe in Zukunft dennoch übersteigen, lohnt sich die Verteilung auf mehrere Banken, um somit eine höchstmögliche Sicherheit für sein Geld zu erzielen.

Alles in allem bleibt aber festzuhalten, dass diese Reduzierung zwar in sehr deutlichem Maße erfolgt, aufgrund der vorher extrem hohen Absicherung aber selbst nach der Senkung noch ein enorm hohes Maß an Sicherheit darstellt. Das Ziel des BdB ist auch kein Einschnitt in die Sicherheit der Kundengelder, sondern eine Anpassung dieser Einlagensicherung an den wirklich vorhandenen Bedarf. Die Spareinlagen bleiben daher unangefochten eine der sichersten Anlageformen und sind weiterhin jedem und zu jeder Zeit zu empfehlen.