Der Weg zum gebührenfreien Kredit – notfalls mit anwaltlicher Hilfe

Immer häufiger werden heutzutage und auch schon in den letzten Jahren Konsumentenkredite notwendig, um die verschiedensten Anschaffungen bewältigen zu können, um das Ersparte nicht anrühren zu müssen oder weil sie anders einfach nicht zu finanzieren sind.

Als Gegenleistung für das Bereitstellen verlangen Banken oder Sparkassen Zinsen, die der Kunde zusammen mit dem aufgenommenen Geld zurückzahlen muss. Diese Zinsen sind laut gerichtlichem Entscheid aber auch die einzigen zulässigen Kosten, die ein Kreditinstitut erheben darf.

Unzulässige Berechnung von Bearbeitungsgebühren

In der Vergangenheit wurden allerdings sehr häufig auch noch Bearbeitungsgebühren von den Banken und Sparkassen in Rechnung gestellt, um sich den vorvertraglichen Aufwand bezahlen zu lassen. Der Bundesgerichtshof hat aber entschieden, dass diese vorvertraglichen Aufwände dem eigenen Geschäftsinteresse der Kreditinstitute dienen und somit nicht zu Lasten der Kreditnehmer gehen dürfen, die lediglich die Zinsen als Gegenleistung für das Darlehen aufbringen müssen.

Mit diesem Wissen sollte nun jeder Vergleich angegangen werden, wenn es darum geht, einen günstigen Kredit für sich zu finden, denn in der Regel dürften nur die Banken ohne berechnete Bearbeitungsgebühren diejenigen sein, an die man sich als vertrauensvollen Geschäftspartner halten sollte.

Auch bereits gezahlte Bearbeitungsgebühren müssen nicht sein

Die Entscheidung des BGH zählt aber nicht nur für zukünftig abgeschlossene Verträge, sondern auch für diejenigen, auf die in der Vergangenheit die angesprochenen Gebühren erhoben wurden. Laut Bundesgerichtshof können rückwirkend bis zum Jahre 2004 alle unzulässig berechneten Bearbeitungsgebühren zurückgefordert werden, sodass eine Verweigerung der Kreditinstitute nicht mehr rechtmäßig ist.

Dieses für Verbraucher schöne Recht gilt für sämtliche Verbraucherdarlehen, ganz unabhängig davon, ob Autos, Kühlschränke oder eigene Immobilien damit finanziert wurden. Lediglich Kredite von Förderbanken wie der KfW sind von dieser Regelung ausgeschlossen. Die Höhe dieser Bearbeitungsgebühren ist abhängig vom Vertrag und der jeweiligen Kreditsumme, kann aber durchaus mehrere hundert Euro betragen oder sich sogar im Tausenderbereich bewegen.

Rechtsbeistand für die Forderung der Ansprüche oft notwendig

Trotz der gesetzlichen Regelung kommt es oft dazu, dass Banken und Sparkassen nicht sofort die erhobenen Gebühren zurückerstatten. Viele Kreditinstitute weisen dann fälschlicherweise darauf hin, dass alles rechtens war, weil

  • nur bestimmte Darlehen, nicht aber das bei ihr aufgenommene betroffen sind.
  • die Kosten individuell vereinbart und deutlich ausgezeichnet waren.
  • die Ansprüche mittlerweile verjährt seien.

Wie schon angesprochen gilt die Regel aber für alle Darlehen und auch abgesprochene und ausgewiesene Gebühren sind hinfällig, wenn sie nicht rechtmäßig sind. Was die Verjährung angeht, hat das BGH die entsprechende Frist von drei auf zehn Jahre verlängert, sodass dieses Argument der Banken und Sparkassen für sehr viele Kredite keine Berechtigung mehr hat. Da man als Kreditnehmer nun in den meisten Fällen im Recht ist, sollte man auf dieses auch bestehen und notfalls mit anwaltlicher Unterstützung die bezahlten Gebühren zurückfordern.

2017-01-30T17:00:52+00:00

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