Die Bedeutung der Steuerklassen für Lehrer und Referendare

Die Gehaltsabrechnung ist mit die schönste Abrechnung, die man als berufstätige Person erhält und dennoch fällt neben der Freude über das monatliche Einkommen immer auch der Blick auf die zahlreichen Abzüge, die aus dem brutto- das Nettogehalt machen. Ein großer Teil fällt dabei auf die Einkommensteuer, die auch von Lehrern bezahlt werden muss. Für die Berechnung der Einkommensteuer, gibt es entsprechende Steuertabellen und dort spielen neben der Höhe des Gehalts auch die persönlichen Verhältnisse der Gehaltsempfänger eine wichtige Rolle.

Was sind die Steuerklassen?

Um im Rahmen der bestehenden Steuertabellen eine den persönlichen Verhältnissen entsprechende Einordnung tätigen zu können, werden den Steuerpflichtigen Personen die so genannten Steuerklassen zugeordnet. Insgesamt gibt es in Deutschland sechs verschiedene Steuerklassen, anhand der die Höhe der abzuführenden Einkommensteuer berechnet wird. Diese Angabe ist insbesondere für den Arbeitgeber von großer Bedeutung, weil diesem dadurch genau mitgeteilt wird, wie viel Geld von vornherein vom Bruttogehalt abgezogen und an das Finanzamt abgeführt wird.

Wie werden Steuerklassen vergeben oder gewechselt?

Von vornherein wird jeder, der in irgendeiner Form Geld verdient, mit der Steuerklasse 1 belegt. Erfüllt man Kriterien für andere Steuerklassen wie die Heirat oder das Leben als allein erziehende Person, kann man den Antrag auf eine Änderung der Steuerklasse stellen. Das muss schriftlich beim Finanzamt bis spätestens zum 30. November des Jahres geschehen, für das die Änderung gelten soll. Eine Änderung der Steuerklasse ist nur einmal im Jahr möglich mit wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel beim Tod des Ehepartners.

Welche Steuerklassen gibt es für Lehrer?

Für alle Berufstätigen gelten die gleichen Steuerklassen. Hier gibt es also keine Unterschiede zwischen Lehrern und anderen Berufsgruppen. Insgesamt gibt es die sechs Steuerklassen I, II, III, IV, V und VI.

Vereinfacht gesagt ist die Steuerklasse I für alleinstehende Arbeitnehmer vorgesehen, die Steuerklasse II bietet attraktive Vergünstigungen für Alleinstehende mit Kind, während die Steuerklassen III, IV und V ausschließlich für Ehepaare gelten. Hier kann dabei gewählt werden zwischen der Kombination III und V oder der Steuerklasse IV für beide Ehepaare. Ausschlaggebend ist dafür die Höhe der beiden Einkommen. Verdient ein Partner wesentlich weniger als der andere, ist es sinnvoll, den Besserverdienenden mit der Steuerklasse III und den Geringverdiener mit der Steuerklasse V zu belegen. Verdienen beide ähnlich, macht die Steuerklasse IV für beide mehr Sinn. Hier kann aber auch noch durch das so genannte Faktorverfahren eine zusätzliche Anpassung erfolgen, mit der man dann die Steuerlast analog zum verdienten Einkommen angleicht.

Welche Besoldungsstufen gibt es für Lehrer?

Was die Besoldungsgruppen angeht, muss man bei Lehrern immer zwischen der Art der Anstellung und mittlerweile auch zwischen den einzelnen Bundesländern unterscheiden. Diese regeln nämlich seit der Föderalismusreform I aus dem Jahr 2006 die Vergütung der Lehrpersonen selber. Für verbeamtete Lehrer gelten dann die Besoldungstabellen des Landes. Hier erfolgt beim Einstieg dann meistens eine Einstufung in der Besoldungsgruppe A 12 Stufe 1, in manchen Ländern auch schon in die Stufen 3 oder 4. Nach und nach steigt man dann auf, wobei man als verbeamteter Lehrer im Normalfall nach 28 Jahren die höchste Stufe erreicht.

In der Regel werden Beamte an Gymnasien auch höher eingestuft als Lehrer an Grund- oder Realschulen und landen dabei meistens in der Besoldungsgruppe A 13. Bei angestellten Lehrern greifen die Tarifverträge für die Länder (TV-L), wo die Lehrer dann entsprechenden Entgeltgruppen und Erfahrungsstufen zugeordnet werden, wo es wie bei den Besoldungsgruppen und den verschiedenen Ländern Abweichungen gibt. Die Abweichungen der Gehälter zwischen verbeamteten und angestellten Lehrern entstehen einzig und allein durch die Höhe des Gehalts und eventuell anderen Richtlinien bezüglich der Sozialabgaben. Die Steuerklassen haben am Ende bei beiden Berufsgruppen die gleiche Auswirkung.

Was verdient der Referendar?

Auch die Vergütung während des Referendariats ist abhängig von den jeweiligen Regelungen im Bundesland und von der Art der Schulform, wo in der Regel Referendare an Gymnasien auch mehr verdienen als an Grundschulen. Eingeordnet werden sie dabei schon in die Besoldungsgruppen, die auch für den späteren Berufseinstieg gelten und das Gehalt bewegt sich ungefähr zwischen 1.000 und 1.300 Euro.

Welche Unterschiede gibt es in den Bundesländern?

Die hauptsächlichen Unterschiede in den Bundesländern bestehen nicht in den Steuerklassen, die für alle gleich sind, sondern in den schon angesprochenen Besoldungs- und Entgeltgruppen. Demnach ist das Einkommen unterschiedlich hoch, was aber nichts an den Steuerklassen an sich ändert. Steuerlich kommt nur der Unterschied hinzu, dass die Höhe der Kirchensteuer in den Bundesländern voneinander abweicht. So gibt es in Bayern und Baden-Württemberg eine Kirchensteuer von 8 Prozent, während diese in den übrigen Ländern bei 9 Prozent liegt.

Wie ändern sich die Steuerklassen, wenn man heiratet und ein Lehrer Beamter ist?

Zunächst einmal ändert sich überhaupt nichts, weil sich Steuerklassen nur dann ändern, wenn man es beim Finanzamt beantragt. Sobald man heiratet, hat man aber die Möglichkeit, eine der günstigeren Varianten für Ehepaare zu wählen, bei denen beide die Steuerklasse IV mit oder ohne Faktorverfahren erhalten oder einer die Steuerklasse III und der andere die Steuerklasse V erhält. Hier ist immer die Einkommenssituation und das zu versteuernde Einkommen ein wichtiger Entscheidungsfaktor, was unabhängig davon ist, ob eine der Personen Beamter ist oder nicht. Beim Ehegattensplitting von Beamter und Angestellter verhält es sich demnach genauso wie bei zwei Beamten oder auch zwei Angestellten.

Welche Optionen gibt es für verheiratete Paare/Lehrer?

Verheiratete Paare können noch für das Jahr der Hochzeit in eine günstigere Steuerklassen-Option wechseln, wenn sie das denn wünschen. Voraussetzung hierfür ist, dass beide damit einverstanden sind, eine gemeinsam veranlagte Steuererklärung zu machen. Es gibt durchaus auch Paare, die steuerlich betrachtet weiterhin getrennte Wege gehen möchten, wobei dann beide in der Steuerklasse I verbleiben würden. Entscheidet man sich aber für das gemeinsam veranlagte Ehegattensplitting, stehen einem drei verschiedene Varianten zur Verfügung.

Wann ist der Wechsel sinnvoll?

Ein Wechsel der Steuerklasse ist ausschließlich dann sinnvoll beziehungsweise lohnenswert, wenn man verheiratet ist und die Aufteilung der Steuerklassen so verteilen kann, dass man insgesamt von monatlich weniger Abzügen profitieren kann. Hierbei gelten besonders große Vorteile, wenn einer der Ehepartner wesentlich weniger verdient als der andere, sodass man bei dem Besserverdienenden mit einer Erhöhung der Freibeträge für wesentlich geringere Abzüge sorgen kann. Auch für Alleinerziehende ist ein Wechsel sehr sinnvoll, weil die Steuerklasse II große Vorteile in Form von steuerlichen Entlastungen mit sich bringt.

Was ändert sich bei Kindern für Lehrer?

Für Kinder gibt es die so genannten Freibeträge, was so viel bedeutet, dass für einen bestimmten Anteil des Einkommens keine Steuer berechnet wird. Bei Ehepaaren, die gemeinsam veranlagt sind, ist dabei zu beachten, welche Kombination der Steuerklassen sie gewählt haben. Bei der Aufteilung in Steuerklasse III und V erhält derjenige mit der Steuerklasse III den gesamten Kinderfreibetrag, während der Partner mit der Steuerklasse V ohne Freibetrag in die steuerliche Berechnung geht. Bei der Wahl der Steuerklasse IV für jeden der Partner kann auch jeder von einem halben Freibetrag für das Kind profitieren. Ist man alleinstehend und wird durch das Kind gleichzeitig auch alleinerziehend, kann man die Steuerklasse II mit weiteren Vergünstigungen für sich in Anspruch nehmen und somit die Steuerlast reduzieren.

Wie können Lehrer bzw. Referendare Geld mit Hilfe der Steuerklassen sparen?

Geld sparen können Lehrer und Referendare durch die Steuerklassen genau dann, wenn sie verheiratet sind oder Kinder haben. Nur dann ist ein Wechsel sinnvoll und eine Ersparnis durch eben diese Steuerklassen möglich. Bei verheirateten Paaren ist dann auch die Höhe der jeweiligen Einkommen von Bedeutung, um bestimmen zu können, inwiefern sich ein Wechsel der Steuerklasse wirklich einsparend auswirkt.

Wie viel Geld bekommt ein Lehrer/Referendar brutto und netto?

Das Bruttogehalt eines Lehrers ergibt sich aus den Besoldungs- oder Entgeltgruppen, je nach dem, ob man ein angestellter oder verbeamteter Lehrer ist. Hier gelten die Regelungen der einzelnen Bundesländer. Das Nettoeinkommen ergibt sich wiederum aus den verschiedenen Abzügen, die sich aus den Sozialabgaben und natürlich aus den durch die Steuerklasse bestimmten steuerlichen Abgaben zusammensetzen. Einen ersten Eindruck von dem verbleibenden Nettoeinkommen bietet ein Onlinerechner im Internet, den man jederzeit mit seinen individuellen Daten befüllen kann, um zu einem ebenso persönlichen Ergebnis zu kommen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für Lehrer die gleichen Regelungen bezüglich der Steuerklassen gelten wie für jeden anderen verdienenden Menschen in Deutschland auch. Es gibt sechs verschiedene Steuerklassen, die vor allem für Ehepaare und Alleinerziehende große Möglichkeiten bieten, die Steuerlast zu verringern. Ein Wechsel muss aktiv vorgenommen werden, wenn die Voraussetzungen das zulassen und hierfür darf man die Frist vom 30. November nicht aus den Augen verlieren, wenn die Regelungen noch auf das laufende Jahr auswirken sollen.

 

2017-12-04T09:05:08+00:00