Steuertipps für Lehrer

Die optimalen Möglichkeiten bei der Steuererklärung für Lehrer

Die Steuererklärung für Lehrer ist für viele zunächst ein wahrer Graus, der mehr als eine nervige Pflichterfüllung empfunden wird als die Möglichkeit, sich selber einen finanziellen Vorteil zu verschaffen. So profitiert man auch oder besonders als Lehrer davon, dass man in der Einkommensteuererklärung sehr viele Angaben machen kann, die das zu versteuernde Einkommen reduzieren und somit auch die Steuerlast verringern. Da die Steuererklärung immer für das zurückliegende Jahr erfolgt, bedeutet das eine Rückzahlung der dort dann zu viel abgeführten Steuern. Je nach Höhe der Rückzahlung, kann die Steuererklärung dann für einen wahren Geldsegen sorgen.

Besonders die Berufsgruppe der Lehrer kann dabei auf große Rückzahlungen bauen, weil es sehr viele verschiedene Dinge gibt, die steuerlich geltend gemacht werden können. Das liegt vor allem daran, dass Lehrer oft auch noch zuhause weiterarbeiten, teilweise auch außerhalb der Schule als Lehrer und Aufsichtsperson auftreten und häufig hohe Ausgaben für beruflich verwendetes Material haben. Hier kann der Lehrer sehr viel als Werbungskosten ansetzen, weshalb es sich jederzeit finanziell lohnt, sich näher mit dem Thema Steuererklärung zu beschäftigen. Pauschal sind schon von vornherein 1.000 Euro als Werbungskosten anerkannt und das ganz ohne Nachweise. In vielen Fällen erzielen Lehrer aber weit höhere ansetzbare Beträge. Deshalb werden in den folgenden Abschnitten die wichtigsten und vor allem die an der Tagesordnung stehenden Chancen des Lehrers für eine Reduzierung der Steuerlast und eine Erhöhung der Rückzahlung erläutert.

Das Arbeitszimmer und die Erreichbarkeit

Das heimische Arbeitszimmer ist ein steuerlich anzusetzender Faktor, der allerdings nicht immer vom Finanzamt anerkannt wird. Eine wichtige Voraussetzung ist zum Beispiel, dass dem Steuerzahler an seinem Arbeitsplatz kein entsprechender Schreibtisch zur Verfügung steht. Diese Voraussetzung wird von nahezu jedem Lehrer erfüllt, der in den meisten Fällen kein bereitgestelltes Arbeitszimmer in der Schule vorweisen kann. Zudem muss das heimische Arbeitszimmer ein abgeschlossener Raum zuhause sein, der zu nicht mehr als 10 Prozent auch privat genutzt wird. Für Lehrer, die nachgewiesen zuhause sehr viel außerhalb der Unterrichtszeiten für die Schule arbeiten, wie zum Beispiel die Vorbereitung der nächsten Stunden oder auch das Korrigieren von Klassenarbeiten, lohnt sich daher die Einrichtung eines eigenen Zimmers als Arbeitsplatz, für das im Jahr bis zu 1.250 Euro als Werbungskosten geltend gemacht werden können.

Neben Renovierungskosten, können auch die anteilige Miete, eine anteilige Abschreibung der Immobilie sowie anteilige Nebenkosten (Müll, Strom, Heizung, etc.) angesetzt werden. Zudem können Rechnungen für die Einrichtung in Form von Schreibtisch und Schreibtischstuhl in voller Höhe aufgeführt werden. Im Zusammenhang mit dem Büro, können auch Telefon- und Internetkosten angegeben werden, wobei hier der Nachweis in irgendeiner Form erbracht werden muss, dass diese dem Beruf dienten. Pauschal werden allerdings immer 20 Prozent der Kosten als berufliche Aufwände anerkannt, höhere Kosten benötigen dann den angesprochenen Nachweis.

Arbeitsmittel unterschiedlichster Art

Lehrer arbeiten in der Schule und haben dort zahlreiches Material zur Verfügung, das von der Schule gestellt wird. Der individuelle Unterricht und auch die Vor- und Nachbereitungen erfordern aber eine große Vielzahl an Arbeitsmitteln, die sich Lehrer selber beschaffen und demzufolge auch bezahlen müssen. Auch solche Artikel und Materialien können steuerlich geltend gemacht werden, wobei es immer wichtig ist, dem Finanzamt nachweisen zu können, dass sie auch wirklich für den beruflichen und nicht auch für den privaten Bedarf angeschafft wurden. Ratsam ist es daher immer genau aufzuschreiben, welche Materialien man für welchen Unterricht benötigt hat, um den beruflichen Einsatz jederzeit belegen zu können. Schwierig ist eine Abgrenzung im Bereich der Sportkleidung eines Sportlehrers, weil es kaum möglich ist, glaubhaft nachzuweisen, dass die Kleidung nicht auch privat zum Einsatz kommt. Einfacher ist es dagegen bei Fachliteratur, die sich mit den unterrichteten Fächern befasst und deren Titel auf der Quittung steht, sodass eine eindeutige Zuordnung möglich ist.

Schwieriger ist es auch bei einem Laptop, einem PC oder einem Tablet, zumindest wenn man eines dieser Geräte zu mehr als 50 Prozent absetzen möchte. Sagt man aus, dass man zum Beispiel den Laptop zur Hälfte beruflich und zur Hälfte privat einsetzt, wird das Finanzamt wahrscheinlich niemals nachhaken. Mehr beruflichen Einsatz müsste man nachweisen, was sehr schwer werden dürfte. Bei der Höhe der absetzbaren Kosten, muss man auf den Preis eines solchen Gerätes achten. Bei geringeren Kosten kann der gesamte Kaufpreis in einem Jahr angesetzt werden. Bei teuren Modellen erfolgt eine Abschreibung über drei Jahre, sodass drei Jahre in Folge ein Drittel an Kosten aufgeführt werden darf bzw. jeweils immer die Hälfte der jeweiligen Beträge, wenn man sich auf eine 50 Prozent Nutzung für den beruflichen Bereich beschränkt. Auch bei Musikinstrumenten bei Musiklehrern und auch bei DVD-Playern, Stereoanlagen kann es vorkommen, dass diese auch oder auch nur für den Unterricht verwendet werden. Auch hier muss exakt nachgewiesen werden, dass die Verwendung wirklich beruflicher Natur gewesen ist.

Weiter geht es bei dem Arbeitsmaterial natürlich mit den alltäglich genutzten Schreib- und Beschriftungsmaterialien, Schreibblöcken, Druckerpapier, Aktenordnern und was noch alles zum „Inventar“ einer Lehrers dazugehört. Bis zu 110 Euro kann der Lehrer dabei sogar komplett ohne Nachweis steuerlich geltend machen. Bei höheren Beträgen gilt wie immer der erforderliche Nachweis der Kosten und der schulischen Verwendung, die bei solchen Artikeln aber in der Regel immer geglaubt wird.

Als Lehrer unterwegs

Die Fahrtkosten von der Wohnung bis zur Schule können steuerlich angesetzt werden und zwar mit 0,30 Euro pro Tag für jeden Kilometer der Entfernung von der Haus- bis zur Schultür. Das Finanzamt akzeptiert 192 Tage einfach so, bei mehr Tagen muss ein entsprechender Nachweis erfolgen. Zusätzliche Fahrten, wie Klassenfahrten und Schulungen, können mit jedem gefahrenen Kilometer zusätzlich angegeben werden, wobei hier Nachweise erforderlich sind.

Fortbildungen und Klassenfahrten

Beim Thema „unterwegs sein als Lehrer“ sind natürlich auch diverse Schulungen und auch Klassenfahrten von Bedeutung. Die Kosten einer Fortbildung werden steuerlich anerkannt, wenn nachgewiesen werden kann, dass sie wichtig und hilfreich für den ausgeübten Beruf des Lehrers ist. Bescheinigungen von der Schulverwaltung können da ein leichtes Mittel für einen erbrachten Nachweis sein.

Klassenfahrten können mit Fahrtkosten, Übernachtungskosten und auch Eintrittsgeldern schnell zu finanziellen Belastungen führen, die ohne Frage beruflich bedingt sind. Daher können diese Ausgaben auch steuerlich geltend gemacht werden. Wichtig ist es dabei wieder, möglichst alle Belege zu sammeln und das auch bei eventuell unternommenen Touren vor der eigentlichen Klassenfahrt, die dazu genutzt wurde, die schulische Veranstaltung vorzubereiten. Kann man nachweisen, dass Kosten für eben diese Vorbereitung notwendig waren, werden diese Ausgaben auch anerkannt. Bei beiden Fahrten spielt auch der Verpflegungsmehraufwand eine große Rolle, der angesetzt werden kann für jeden Tag, an dem man für mehr als 8 Stunden von zuhause weg ist.

Staatlich geförderte Altersvorsorge

Die zusätzliche Vorsorge für das Alter spielt auch für Lehrer eine große Rolle, auch wenn die in vielen Belangen besser gestellt sind als andere Berufsgruppen. Such im Rahmen der Altersvorsorge gibt es Modelle, mit denen Steuern gespart werden können. So kann durch den Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge von vornherein das zu versteuernde Einkommen reduziert werden. Im Rahmen der Rürup-Rente können die jährlichen Beiträge bis zu bestimmten Summen als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Diese Formen der Altersvorsorge bieten einem also nicht nur mehr Geld im Alter, sondern auch eine geringere Steuerlast in der Gegenwart.

Zudem sind auch Bewerbungskosten, Umzugskosten und auch Kontoführungsgebühren steuerlich absetzbar, wobei bei den den Kontoführungsgebühren auch eine Pauschale von 16 Euro ohne Nachweis angebracht werden kann. Höhere Gebühren müssen aber wie alles nachgewiesen werden und bei der Vielzahl an möglichen Kosten, die man in der Steuererklärung geltend machen kann, ist es ratsam, über das gesamte Jahr schon entsprechende Belege zu sammeln und zu sortieren. Wenn am Ende alle Sachen ordentlich zur Verfügung stehen und auch schon entsprechend sortiert sind, fällt einem das Ausfüllen der Steuererklärung viel leichter und es geht zudem auch viel schneller von der Hand.

Zu einer weiteren Erleichterung gehört das Verwenden eines der hervorragenden Programme, die für die Steuererklärung entwickelt wurden. Hier sind keine speziellen Programme für Lehrer zu beachten, wichtig ist nur immer die richtige Anwendung und vor allem das Ausnutzen sämtlicher Möglichkeiten. Bei der Wahl einer optimalen Software wird man aber so hervorragend durch das Programm geführt, dass man eigentlich nichts falsch machen und auch nichts vergessen kann. Wir empfehlen dabei das Steuerprogramm „WISO“, welches z.B. von Stiftung Warentest, Computerbild, der Wirtschafts Woche und dem TÜV empfohlen wird und schon für ca. 30 Euro zu haben ist.

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Fazit: Steuererklärung für Lehrer

Zusammenfassend lässt sich noch einmal feststellen, dass die richtig angewendete Steuererklärung alles andere ist als eine lästige Pflicht und sich dadurch auszeichnet, dass man als Lehrer die große Chance bekommt, sehr viel der abgeführten Steuern zurück zu erhalten. Bei vielen Dingen locken schon attraktive Pauschalen, aber mit einer umfassenden Sammlung an Belegen lassen sich sehr viele Kosten steuerlich ansetzen, dass man am Ende weit mehr angeben kann als nur die pauschalen Beträge und sich somit Jahr für Jahr über attraktive Steuererstattungen freuen kann.

Hier noch mal ein kurzer Überblick mit Stichpunkten, was Lehrer steuerlich alles absetzen können:

  • Altersvorsorge
  • Arbeitsmittel / Arbeitsmaterial
  • Arbeitszimmer
  • Bewerbungskosten
  • Fachliteratur
  • Fahrtkosten Wohnung/Arbeitsstätte
  • Fortbildungen
  • Kinderbetreuung
  • Klassenfahrten
  • Kontoführungsgebühren
  • Laptop / PC / Tablet / Handy
  • Renovierungen und Montage
  • Rürup-Rente
  • Schulungen
  • Software
  • Sportkleidung
  • Telefon- und Internetkosten
  • Umzug
  • Verpflegungsmehraufwand
  • Werbungskosten

Tipp: Du solltest bereits das gesamte Jahr über alle Belege für Ausgaben sammeln und gut strukturiert ablegen. Dies erleichtert die Steuererklärung im nächsten Jahr um einiges und hilft zugleich dem Finanzamt, die Kosten anzuerkennen.

2017-12-04T10:18:47+00:00