Altersvorsorge während Schwangerschaft, Mutterschutz und Elternzeit

Hauke Simonsen   | Ratgeber Lehrer | Letztes Update: 13. Januar 2021

Es ist kein Geheimnis, dass bei den Aussichten auf die gesetzliche Rente eine private Altersvorsorge enorm wichtig ist, um den Ruhestand später ohne finanzielle Sorgen und Engpässe genießen zu können. Ohne eine zusätzliche Vorsorge dürfte es sonst schwer werden, im Alter sämtliche laufenden Kosten bezahlen und sich gleichzeitig auch noch etwas gönnen zu können. Nicht zu verschweigen ist natürlich, dass solche Verträge für die Altersvorsorge auch bezahlt werden müssen. Im Falle eine Schwangerschaft bzw. dann auch während des Mutterschutzes und der Elternzeit kommen dann schnell Gedanken auf, ob man sich bei geringerem Einkommen diese Verträge überhaupt noch leisten kann. Im Folgenden wird genau auf dieses Thema eingegangen, um zu schauen, welche Möglichkeiten es in diesem Fall gibt und worauf du unbedingt achten solltest.

Altersvorsorge während der Elternzeit

Die Altersvorsorge ist enorm wichtig und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie früh begonnen wird und dann über einen langen Zeitraum bis zum Rentenbeginn ein Vermögen aufbauen kann, aus dem dann die zusätzliche Altersvorsorge generiert wird. Damit dieses Ziel auch optimal erreicht werden kann, ist es grundsätzlich ratsam und wichtig, den Vertrag möglichst durchgängig zu besparen. Du solltest daher auch immer versuchen, auch während der Elternzeit die Beiträge in gewohnter Höhe weiterzuzahlen. Fakt ist aber natürlich, dass du in der Regel über ein reduziertes Einkommen verfügst und es nicht immer möglich ist, alles in gewohnter Weise fortlaufen zu lassen.

Möglichkeiten der Anpassung der Altersvorsorge

Wenn die Finanzen nicht ausreichen, um die bestehende Altersvorsorge in gewohnter weise fortzuführen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit dieser Situation umzugehen. Die Wahl der jeweiligen Möglichkeit ist immer auch abhängig von der Art des Vertrages und auch von dessen Laufzeit und Eigenschaften.

  • Reduzierung der Beiträge


    Wenn das Einkommen reduziert wird, kann es vielleicht schon helfen, wenn du auch den Beitrag für die Altersvorsorge entsprechend kürzt. Hierbei ist zum einen aber zu beachten, dass durch geringere Beiträge auch die spätere Leistung reduziert wird. Auch wenn Risikobeiträge enthalten sind, wie zum Beispiel für eine integrierte Berufsunfähigkeitsversicherung, werden die entsprechenden Leistungen im Versicherungsfall reduziert. Alternative ist bei manchen Versicherern nur die Reduzierung der Sparbeiträge, was sich dann umso mehr auf die Höhe der späteren Rente auswirkt. Zum anderen muss auch beachtet werden, welche Möglichkeiten die Versicherer überhaupt erlauben, weil viele einen Mindestbeitrag fordern und somit eine Reduzierung oft nicht auf weniger als 25 Euro möglich ist.
  • Pausieren der Sparbeiträge


    Auch das vorübergehende Aussetzen der Sparbeiträge kann eine Möglichkeit sein, um die monatlichen Ausgaben zu senken, die bestehende Altersvorsorge aber nicht komplett zu verlieren. Hier gibt es verschiedene Varianten, die immer auch abhängig davon sind, was der jeweilige Anbieter einem erlaubt. So gibt es die so genannte Stundung der Beiträge. Das bedeutet, dass du eine gewisse Zeit keine Beiträge zahlst, diese anschließend aber nachholen musst – für eine gewisse Zeit würde das dann doppelte Beiträge im Monat bedeuten. Eine andere Variante ist die Zahlung der Beiträge aus den Überschüssen. So würde dein Vertrag normal weiterlaufen, die Überschüsse würden sich aber entsprechend reduzieren, was dann natürlich auch für die spätere Ablaufleistung gilt. Zuletzt gibt es auch die Möglichkeit, den Vertrag beitragsfrei zu stellen. Dann setzen die Versicherungsleistungen aber auch aus und zudem laufen die Kosten des Vertrags weiter, sodass ohne weitere Beiträge das Vertragsguthaben sinkt. Eine Beitragsfreistellung ist häufig auch nur ab einer bestimmten erreichten Mindestversicherungssumme möglich.
  • Kündigung des Vertrags


    Eine Kündigung des Vertrages sollte möglichst vermieden werden. Das Vertragsguthaben ist meistens noch sehr gering, weil in en ersten Jahren solcher Verträge die Gebühren mit den Beiträgen verrechnet werden und sich somit kaum ein Guthaben aufbauen kann. Zudem verliert man die wichtige Altersvorsorge, die im Alter sehr wichtig sein wird.

Wie lange kann eine Altersvorsorge ausgesetzt werden?

Die Frage nach der Dauer einer Aussetzung der Beiträge ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich und hängt auch immer sehr von seiner Kulanz ab. In der Regel liegt eine solche Möglichkeit in einer Spanne zwischen 6 und 36 Monaten. Gerade bei Stundungen sollte man für sich selber den Blick auf die Anzahl der Monate werfen, weil die entsprechenden Beiträge in der Variante nachgezahlt werden müssen.

Hauke Simonsen

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Wie sinnvoll ist das Pausieren der Altersvorsorge-Beiträge während der Elternzeit?

Das Aussetzen der Beiträge musst du dir immer gut überlegen, weil es doch auch finanzielle Nachteile mit sich bringt, so angenehm die geringere aktuelle Belastung auch sein mag.

  • Das Aussetzen der Beiträge verringert automatisch die spätere Ablaufleistung. Damit ist es nicht mehr gewährleistet, dass der finanzielle Bedarf im Alter optimal gedeckt ist.
  • Bei einer Beitragsfreistellung ruht die Versicherung und es besteht auch kein Anrecht auf Versicherungsleistungen, wie zum Beispiel ein Schutz gegen Berufsunfähigkeit oder ein Todesfallschutz.
  • Bei staatlich geförderten Produkten gehen die Förderungen für den Zeitraum der Aussetzung verloren.
  • Bei einer Stundung müssen die Beiträge nachgeholt werden.
  • Bei einer Verrechnung mit den Überschüssen wird die Ablaufleistung empfindlich gekürzt.

Diese Folgen musst du vor Augen haben, um zu entscheiden, ob es sich lohnt oder ob es doch irgendwie möglich ist, die Beiträge weiterzuzahlen und wenn es sich um reduzierte Beiträge handelt. Bevor du die Beiträge aussetzt, solltest du lieber durch Vergleiche bei anderen Versicherungen schauen, ob du das Geld einsparen kannst, ohne dabei an Leistungen zu verlieren.

TIPP

Kinderzulage beantragen

Wenn du eine Riesterrente besitzt, solltest du sofort nach der Geburt deinen Anbieter darüber informieren. Schließlich steht dir neben der Grundzulage dann auch die Kinderzulage zu. Solltest du noch keine Riesterrente besitzen, ist es spätestens jetzt der beste Zeitpunkt, um von der doppelten Zulage und von steuerlichen Vorteilen profitieren zu können.

Wie geht es nach der Elternzeit weiter?

Wenn du nach der Elternzeit wieder in das Berufsleben einsteigst, solltest du auf jeden Fall daran, denken, ruhende oder reduzierte Verträge wieder so einzurichten, dass der ausreichenden zusätzlichen Rente im Alter nichts mehr im Wege steht. Am besten solltest du das schnellstmöglich angehen, sobald dein Einkommen wieder höher ist. So wird es nicht negativ auffallen, dass du wieder höhere Beiträge zahlst und deine Altersvorsorge nimmt sofort wieder Fahrt auf.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die private Altersvorsorge immer mehr unverzichtbar wird, wenn es im Alter nicht zu finanziellen Engpässen kommen soll. Auch wenn während der Elternzeit weniger Geld zur Verfügung steht, solltest du dir gut überlegen, ob du etwas an deiner bestehenden Altersvorsorge änderst.

  • Bei finanzellen Engpässen können Verträge für die Altersvorsorge immer pausiert, reduziert oder gekündigt werden.
  • Das Aussetzen oder Reduzieren einer Altersvorsorge verringert das Guthaben und die spätere Altersvorsorge und dabei kann ein Jahr schon einen Unterschied vom um die 10.000 Euro ausmachen.
  • Das Aussetzen oder Reduzieren führt zudem zu geringeren staatlichen Leistungen.
  • Besser ist es, bei anderen Versicherungen durch einen Vergleich und ohne Leistungsverlust an geringere Beiträge zu gelangen.
  • Hast du deinen Vertrag an das geringere Einkommen angepasst, solltest du die Beiträge beim Wiedereinstieg in das Berufsleben unbedingt wieder anheben.

Häufig gestellte Fragen

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