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Elterngeld und Elternzeit bei Lehrern

Wenn du als Lehrerin ein Kind bekommst, hast du die schöne Möglichkeit, die Elternzeit für dich in Anspruch zu nehmen, um die erste Zeit uneingeschränkt für das Kind da sein und die Zeit wirklich genießen zu können. Zudem beziehst du in dieser Zeit mit dem Elterngeld einen Ersatz für das Einkommen. Da die finanzielle Sicherheit immer ein wichtiges Thema ist, werden wir dir hier ein paar hilfreiche Informationen rund um Elternzeit und Elterngeld mit auf den Weg geben, damit du dich in Ruhe auf die schöne Zeit mit deinem Kind freuen kannst, ohne dir finanzielle Sorgen machen zu müssen.

Was genau ist die Elternzeit?

Mit der Elternzeit hat der Staat für Arbeitnehmer eine attraktive Möglichkeit geschaffen, nach der Geburt eines Kindes das Arbeitsverhältnis vorübergehend ruhen zu lassen, ohne anschließend Angst haben zu müssen, dass der Arbeitsplatz nicht mehr zur Verfügung steht.

  • Beantragung Elternzeit

    In jedem Arbeitsverhältnis, ganz unabhängig davon, ob es sich um eine Voll- oder Teilzeitstelle handelt, können sowohl Mütter als auch Väter die Elternzeit beantragen, um im Anschluss daran die Sicherheit zu haben, wieder weiterarbeiten zu können.

  • Gesetzliche Grundlagen

    Die gesetzlichen Grundlagen für die Elternzeit das Bundeselternzeit- und Elterngeldgesetz (BEEG) sowie für verbeamtete Lehrer zudem noch die Freistellungs- und Urlaubsverordnung (FrUrlV).

  • Anrecht auf Elternzeit

    Eltern haben zusammen ein Anrecht auf 36 Monate Elternzeit, für deren Aufteilung es verschiedenste Varianten gibt. Zwölf Monate müssen definitiv in den ersten 3 Lebensjahren des Kindes genommen werden, während 24 Monate auch noch bis zum vollendeten 8. Lebensjahr verteilt werden können. In den ersten drei Jahren können die Eltern auch gemeinsam die Elternzeit mit ihrem Kind genießen, wobei natürlich die Zeiten beider Elternteile von den zur Verfügung stehenden 36 Monaten abgezogen werden.

  • Elternzeit bestimmen

    Auf die gesamte Dauer hinweg können die Eltern getrennt voneinander drei Zeitabschnitte für die Elternzeit bestimmen. Sind mehr Etappen notwendig, muss dieses mit der Schulbehörde besprochen und vereinbart werden.

  • Verlängerung der Elternzeit

    Zeiten sind nicht immer ohne Weiteres zu planen, weshalb es häufig dazu kommt, dass erst einmal kürzere Zeiträume abgedeckt werden und im Anschluss eine Verlängerung der Elternzeit erfolgt. Diese Variante ist sehr sinnvoll, wenn du eventuell erst während der ersten Monate feststellst, dass ein Wiedereinstieg in den Beruf erst später möglich ist und dem Kind noch mehr Zeit gewidmet werden soll. Die Verlängerung ist mit der Schulbehörde abzuklären, führt aber in den seltensten Fällen zu Problemen.

  • Verkürzung der Elternzeit

    Anders verhält es sich bei Verkürzungen. Diese sind auch möglich, wenn du aus verschiedensten Gründen merkst, dass du deine Arbeit früher wieder aufnehmen möchtest. Hier besteht allerdings keine Garantie darauf, dass die Schulbehörde dem Wunsch zustimmt. Schließlich wurden für die ursprünglich geplante Dauer der Elternzeit Vertretungsverträge abgeschlossen, die nicht ohne Weiteres aufgehoben werden können. Der bessere Fall ist es also, kürzer zu planen und eventuell dann zu verlängern als anders herum.

  • Beginn der Elternzeit

    Der früheste Beginn der Elternzeit ist unterschiedlich zu betrachten. Während Mütter diese erst für die Zeit nach der Mutterschutzfrist beantragen können, dürfen Väter sie auch schon während dieser Frist nehmen.

  • Ende der Elternzeit

    Das Ende der Elternzeit ist der selbst geplante Zeitpunkt bzw. das Ende einer anschließenden Verlängerung. Kommt es allerdings während einer Elternzeit zu einer weiteren Schwangerschaft, kann die Elternzeit schon mit Beginn der Mutterschutzfrist beendet werden. Das hat den Vorteil, dass dann für Angestellte das höhere Mutterschaftsgeld und für Beamte die Besoldung bezahlt wird. Beide Einkünfte orientieren sich am Einkommen vor der Elternzeit.

  • Der Partnerschaftsbonus

    Mit dem so genannten Partnerschaftsbonus kann die Summe der zur Verfügung stehenden 36 Monate Elternzeit um vier weitere Monate je Elternteil erweitert werden. Die Voraussetzung hierfür ist eine zeitweise Aufteilung der Erwerbs- und Erziehungszeit unter den Elternteilen, die so erfolgt, dass beide Eltern parallel in vier aufeinander folgenden Monaten einer Teilzeitarbeit nachgehen. Der Umfang der Teilzeitarbeit muss dabei zwischen 25 und 30 Wochenstunden liegen. Arbeiten alleinerziehende Lehrer vier Monate in Teilzeit, stehen ihnen ebenfalls die zusätzlichen vier Monate Elternzeit zu.

Was genau ist das Elterngeld?

Wenn du wegen der Elternzeit dein Beschäftigungsverhältnis ruhen lässt, setzen natürlich auch die Zahlungen deines Gehaltes aus. Damit du aber aus finanziellen Gründen nicht auf die Zeit mit deinem Kind verzichten musst und nicht in Geldsorgen gerätst, gibt es mit dem Elterngeld eine Entgeltersatzleistung.

  • Zahlung: Das Elterngeld wird gezahlt, wenn du deine berufliche Tätigkeit für die Betreuung und Erziehung deines Kindes unterbrichst oder dafür deine Tätigkeit auf höchstens 30 Wochenstunden reduzierst.
  • Orientierung: Bei dem Elterngeld handelt es sich um eine so genannte dynamische Leistung, die sich an dem Einkommen orientiert, welches unmittelbar vor Beginn der Elternzeit Gültigkeit hatte.
  • Anspruch: Der Anspruch auf das Elterngeld besteht in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes.

Unterscheidung von Elterngeld bei angestellten und verbeamteten Lehrern

Grundsätzlich gibt es keine Unterscheidung beim Elterngeld für angestellte oder verbeamtete Lehrer. Aufgrund unterschiedlicher Einkünfte kann es aber zu Differenzen in der Höhe des Elterngeldes kommen, welches sich am individuellen Einkommen orientiert.

Wo kann ich das Elterngeld beantragen?

Das Elterngeld wird bei den so genannten Elterngeldstellen beantragt. Während zwar das Elterngeld als solches in die Zuständigkeit des Bundes fällt, ist jedes Bundesland selbst für die Einrichtung dieser Elterngeldstellen verantwortlich. Meistens sind diese dann in Jugend- oder Bezirksämter integriert.

Welche Fristen gibt es bei der Beantragung des Elterngeldes?

Damit die Schulbehörde Zeit genug hat, um für einen entsprechenden Ersatz für die Elternzeit zu sorgen, gibt es bestimmte Fristen, die beachtet werden sollten. In den ersten drei Jahren muss die geplante Elternzeit 7 Wochen und in der anschließenden Zeit bis zum vollendeten 8. Lebensjahr 13 Wochen vorher gemeldet werden.

Welche Dokumente muss ich bei der Beantragung des Elterngeldes einreichen?

Wie bei jedem offiziellen Antrag gibt es auch hier besondere Unterlagen, die eingereicht werden müssen, um das Elterngeld zu erhalten. Folgende Dokumente sind dabei unverzichtbar:

  • Ausgefüllter und unterschriebener Antrag auf Elterngeld, der von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich aussehen kann
  • Eine vom Standesamt ausgestellte Original-Geburtsbescheinigung mit dem Verwendungszweck „Elterngeld“
  • Kopien der Personalausweise bei gemeinsamen bzw. des Personalausweises bei alleinigem Sorgerecht
  • Bescheinigung der Krankenkasse über den Bezug von Mutterschaftsgeld bzw. von Krankentagegeld während des Mutterschutzes bei privatversicherten Eltern
  • Bescheinigung des Arbeitgebers über den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld nach der Geburt
  • Die letzten zwölf Gehaltsabrechnungen vor der Geburt oder vor dem Mutterschutz

Wie viel Elterngeld erhalte ich?

Die Höhe des Elterngeldes orientiert sich individuell am entsprechenden Einkommen, welches unmittelbar vor der Elternzeit verdient wurde. Von diesem Einkommen erhältst du 67 Prozent als Elterngeld ausgezahlt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese Entgeltersatzleistung mindestens 300 Euro beträgt und nach obenauf 1.800 Euro maximiert ist.

Durch die neue Regelung des Elterngeld Plus bekommen Lehrer eine attraktive Alternative, welche geplant haben, während der Elternzeit einer Teilzeitbeschäftigung nachzukommen. Bisher wurden solche Teilzeitgehälter auf das Elterngeld angerechnet, wodurch diese Lehrer weniger von der Entgeltersatzleistung bekamen als die Kollegen, welche die Arbeit komplett ruhen lassen.

Bei Kindern, die ab Juli 2015 geboren werden, kann durch die neue Regelung nun das Elterngeld Plus beantragt werden. Dieses beträgt maximal die Hälfte des üblichen Elterngeldes, kann dafür aber für die doppelte Zeit beantragt werden. Das normale Elterngeld, das Elterngeld Plus sowie eine Kombination aus beiden Varianten bietet nun eine sehr viel höhere Flexibilität.

Wie lange erhalte ich Elterngeld?

Grundsätzlich werden im Rahmen des Elterngeldes 12 Monatsbeiträge gezahlt. Dabei kann einer der Elternteile mindestens zwei Monate und maximal 12 Monate für sich in Anspruch nehmen. Kommt es zu dem Fall, dass nicht nur einer, sondern beide Eltern die Elternzeit und das Elterngeld für sich in Anspruch nehmen, gibt es zwei zusätzliche Monate, sodass das insgesamt 14 Monate das Elterngeld bezogen werden kann.

Diese zusätzlichen zwei Monate kann auch ein alleinerziehender Lehrer für sich in Anspruch nehmen. Zudem sorgt die neue Regelung vom Elterngeld Plus, dass unter bestimmten Voraussetzungen die Bezugszeit verdoppelt werden kann, allerdings bei gleichzeitig halbiertem Elterngeld.

Kann mein Mann auch Elternzeit nehmen?

Die Elternzeit kann frei zwischen den Elternteilen aufgeteilt werden, sodass sowohl die Mutter als auch der Vater die Möglichkeit haben, auf diesem Weg ihr Arbeitsverhältnis für die Betreuung und Erziehung des Kindes zu unterbrechen.

Wie viel Geld erhält mein Mann während der Elternzeit?

Für den Mann verhält sich die Berechnung des Elterngeldes exakt so wie für die Frau. Es ist immer das persönliche Einkommen vor der Elternzeit ausschlaggebend für die Höhe des anschließend gezahlten Elterngeldes. Zu beachten ist natürlich immer, dass mehr Monate für die Elternzeit als für den Bezug von Elterngeld zur Verfügung stehen.

Kann die Elternzeit auch verlängert werden?

Wenn noch freie Monate für die Elternzeit bestehen, kann die aktuelle Elternzeit durchaus verlängert werden. Hierfür ist dann allerdings eine Genehmigung der Schulbehörde notwendig. In der Regel gibt es aber keine Gründe, die dazu führen, dass ein Verlängerungsantrag abgelehnt wird.

Teilzeit und Vollzeit als Lehrerin in Elternzeit arbeiten

Da die Elternzeit genehmigt wird, wenn du dein Beschäftigungsverhältnis pausierst oder reduzierst, ist eine Vollzeitstelle während der Elternzeit nicht möglich. Du kannst aber jederzeit während der Elternzeit einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. Darunter fällt jede Beschäftigung, die eine Zeit von 30 Stunden in der Woche nicht überschreitet.

Vor dem Hintergrund des Lehrermangels und der Notwendigkeit der Sicherstellung des Unterrichts ist es dabei sogar erlaubt, eine unterhälftige Teilzeitbeschäftigung ohne zeitliche Untergrenze anzunehmen, sodass man die Tätigkeit zeitlich optimal an die persönlichen Möglichkeiten anpassen kann.

Die Anpassung an die familiäre Situation wird auch dadurch bedacht, dass die gewählten Zeiten jederzeit geändert werden können. In Absprache mit der Schulbehörde können solche Teilzeitarbeiten auch bei anderen Arbeitgebern durchgeführt werden. Zu beachten ist, dass auch mit einer Teilzeitbeschäftigung während der Elternzeit keine Versetzungen stattfinden.

Für weitere Fragen oder Informationen kannst du dich direkt an die Elterngeldstellen wenden. Auf der Website vom Bundesministerium findest du eine Übersicht mit den Elterngeldstellen je Bundesland mit den entsprechenden Kontaktdaten:
Elterngeldstellen nach Bundesland

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass im Berufsleben stehende werdende Eltern attraktive Möglichkeiten bekommen, sich um die Betreuung und Erziehung der Kinder kümmern zu können, ohne Angst um Job oder Finanzen haben zu müssen.

  • Die Elternzeit bietet eine flexible Möglichkeit für beide Elternteile, die berufliche Tätigkeit ruhen zu lassen oder zu reduzieren und gleichzeitig sicher sein zu können, danach wieder weiterarbeiten zu dürfen.
  • Das Elterngeld verschafft einem vorübergehend eine finanzielle Sicherheit, sodass man sich sorgenfrei um die Betreuung und Erziehung kümmern kann und nicht ohne Geld da steht.
  • Die Möglichkeit, sowohl Elternzeit als auch Elterngeld zwischen den Elternteilen aufzuteilen, verschafft dem familiären Alltag ein hohes Maß an Flexibilität.

Häufig gestellte Fragen

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