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Finanzielle Zuschüsse für Lehrerinnen während der Elternzeit

Die Schwangerschaft ist eine Zeit, in der du dich auf das Kind freuen können sollst, ohne dir finanzielle Sorgen für die Zeit ab der Geburt machen zu müssen. Eine große Unterstützung bietet dabei die Elternzeit, die 24 Monate beträgt und die die Eltern frei unter sich aufteilen können. In dieser Zeit profitieren die Eltern von 14 ebenfalls frei aufzuteilenden Monatszahlungen des so genannten Elterngeldes, welches als Einkommensersatz dient. Neben dem Elterngeld gibt es die im Folgenden beschrieben Zuschüsse und weiteren Möglichkeiten, die dafür sorgen, dass du ohne finanzielle Sorgen die Elternzeit mit deinem Kind genießen kannst.

Gehalt während der Elternzeit

Gehst du in Elternzeit, unterbrichst oder reduzierst du dadurch deine berufliche Tätigkeit, wodurch natürlich auch die vorherigen Einkünfte pausieren. Dennoch musst du nicht auf monatliche Einkünfte verzichten.

  • Elterngeld

    Statt der bisherigen Einkünfte erhältst du das so genannte Elterngeld. Dieses beträgt zwar nur 67 Prozent des bisherigen Einkommens und ist auf 14 Monatsbeiträge beschränkt, sorgt aber dafür, dass du dennoch auf beachtliche Einkünfte zugreifen kannst, während du nicht zur Arbeit gehen musst und dich um dein Kind kümmern kannst. Das Elterngeld beträgt mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro und kann frei zwischen den Eltern aufgeteilt werden.

  • Elterngeld Plus

    Eine Erweiterung der Vorteile des Elterngeldes bietet das Elterngeld Plus. Eltern, die in Teilzeit arbeiten möchten, hatten bisher das Problem, dass die entsprechenden Teilzeit-Einkünfte auf das Elterngeld angerechnet wurden. Jetzt besteht die Alternative, mit dem Elterngeld Plus das Elterngeld bei einer parallelen Teilzeitbeschäftigung zu reduzieren und das bis maximal zur Hälfte des normalen Elterngeldes. Dafür darf dieses reduzierte Elterngeld Plus dann doppelt so lang in Anspruch genommen werden wie das bisherige Elterngeld.

  • Partnerschaftsbonus

    Wenn sich Eltern dazu entschließen, vier aufeinander folgende Monate gleichzeitig einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen, können sie vom so genannten Partnerschaftsbonus profitieren. Beträgt die Arbeitszeit im Rahmen dieser Beschäftigungen zwischen 25 und 30 Stunden in der Woche, erhalten die Eltern vier weitere Monate das Elterngeld Plus.

Mehr Informationen zu diesem speziellen Einkommen während der Elternzeit bietet der Artikel zum Thema Elterngeld und Elternzeit bei Lehrern.

Unterhälftige Teilzeitbeschäftigung

Das Thema Teilzeitbeschäftigung wird insgesamt viel positiver und vorteilhafter gestaltet. Das liegt auch daran, dass der Staat aufgrund des Lehrermangels dazu animieren und Teilzeitstellen attraktiver machen möchte. Die Regelungen des § 67 LBG ermöglichen es jetzt im Rahmen der unterhälftigen Teilzeitbeschäftigung, auch flexible Teilzeitstellen ausfüllen zu können, für die es keine Untergrenze gibt und die somit auch unter der Hälfte der normalen Arbeitszeit liegen dürfen. Zudem kann der Umfang auch jederzeit geändert werden, womit die Arbeit und der Zusatzverdienst optimal an die jeweiligen Bedürfnisse und Möglichkeiten angepasst werden kann.

Kindergeld für Lehrerinnen

Auch als LehrerIn hast du natürlich ein Anrecht auf das Kindergeld. Dieses steht in der Regel der Mutter zu, kann aber auch an den Vater übertragen werden. Seit dem 01. Juli 2019 gab es diesbezüglich eine Anhebung der entsprechenden Zuschüsse. So erhältst du für die ersten beiden Kinder jeweils 204 Euro im Monat. Hast du ein drittes Kind bekommst du für dieses Kind sogar 210 Euro monatlich und ab dem dritten Kind wird monatlich ein Betrag von 235 Euro bezahlt.

Zudem gibt es für Beamte auch noch weitere Zuschüsse für Kinder in Form des so genannten Familienzuschlags. Detailliertere Informationen zu dieser Art der zusätzlichen Einkünfte findest du in den entsprechend umfassenderen Artikeln zum Gehalt von Lehrern.

Zuschuss für Kranken- und Pflegeversicherung

Ein weiterer Zuschuss, den du als verbeamteter Lehrer während der Elternzeit bekommst, ist der Zuschuss für die Kranken- und Pflegeversicherung. Dieser wird in der Freistellungs- und Urlaubsverordnung (FrUrlV) geregelt und beträgt 31 Euro im Monat.

Die Voraussetzung für den Erhalt dieses Zuschusses besteht allerdings darin, dass du in dem letzten Monat vor dem Start der Elternzeit Einkünfte hattest, die nicht über einem Zwölftel der allgemeinen Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung lagen. Diese auch als Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) bezeichnete Grenze steigt jährlich und liegt im Jahr 2019 bei 60.750 Euro im Jahr bzw. 5.062,50 Euro im Jahr.

Geld sparen durch Wechsel der Steuerklasse

Eine Möglichkeit, um mehr Geld m Monat zur Verfügung zu haben, ist die Reduzierung der steuerlichen Abgaben. Das kann dadurch gesteuert werden, dass du je nach Familienstand und im Falle einer Ehe je nach Verteilung des Einkommens zwischen dir und deinem Partner bzw. deiner Partnerin von einem Wechsel der Steuerklasse profitieren kannst.

So können Ehepartner bei einer parallelen Heirat von der Steuerklasse 1 in die Steuerklasse 4 wechseln oder die Kombination aus den Steuerklassen 3 und 5 wählen. Bestehen diese ehepartnerschaftlichen Steuerklassen schon, kann je nach Höhe des jeweiligen Einkommens geschaut werden, ob eventuell auch ein Tausch der Steuerklassen 3 und 5 zwischen den Partnern für mehr finanzielle Möglichkeiten sorgt. Als alleinerziehender Elternteil bietet zudem die Steuerklasse 2 mit höheren Freibeträgen attraktive Vorteile.

Der Wechsel einer Steuerklasse hat aber nicht nur positive Auswirkungen auf das aktuelle Einkommen. Schon während einer Schwangerschaft kann der Wechsel auch den positiven Effekt haben, dass das dadurch höhere Einkommen als Grundlage für die spätere Berechnung des Elterngeldes herangezogen wird.

Das Bundessozialgericht weist übrigens auch ausdrücklich darauf hin, dass ein Wechsel der Steuerklasse mit dieser Intention in keiner Form verwerflich und absolut legitim ist. Mehr Informationen zu den Möglichkeiten des Wechsels der Steuerklassen findest du in dem Artikel zum Gehalt von Lehrern.

Ende der Elternzeit wegen neuer Schwangerschaft

Hier geht es nicht um einen Zuschuss oder Bonus, aber wenn du während der Elternzeit wieder schwanger werden solltest, kannst du die Elternzeit zugunsten der Mutterschutzfrist beenden. Dadurch erhältst du wieder den Anspruch auf das Mutterschaftsgeld (bei angestellten Lehrern) oder auf die Besoldung für Beamte, wobei sich die Einkünfte dann an dem Umfang der Beschäftigung vor der Elternzeit orientieren.

Für weitere Fragen oder Informationen kannst du dich direkt an die Elterngeldstellen wenden. Auf der Website vom Bundesministerium findest du eine Übersicht mit den Elterngeldstellen je Bundesland mit den entsprechenden Kontaktdaten:
Elterngeldstellen nach Bundesland

Fazit

Wenn du schwanger wirst und in Elternzeit gehst, brauchst du dir als Lehrer aufgrund zahlreicher Einkünfte und Zuschüsse keine finanziellen Sorgen machen. Natürlich werden die Einkünfte in dieser Zeit geringer, aber die vielseitigen finanziellen Unterstützungen sorgen dafür, dass du die schöne Zeit mit deinem Kind sorgenfrei genießen kannst.

  • Das Elterngeld als Ersatz des Einkommens macht es finanziell einfacher, für die Kinderbetreuung die berufliche Tätigkeit zu pausieren oder zu reduzieren.
  • Kindergeld und Familienzuschlag sorgen für weitere finanzielle Unterstützungen bei Lehrern.
  • Flexible Möglichkeiten der Teilzeitarbeit, Elterngeld Plus, Partnerschaftsbonus und der Wechsel der Steuerklasse bieten weitere zahlreiche Möglichkeiten, die Einkünfte während der Elternzeit zu optimieren.

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