Wieviel verdient eine Lehrerin während der Schwangerschaft / Mutterschutz / Elternzeit?

Hauke Simonsen   | Ratgeber Lehrer | Letztes Update: 13. Januar 2021

Häufig beschäftigt einen im Rahmen einer Schwangerschaft vor allem das Thema, wie es denn dann finanziell aussieht. Bei allen befürchteten Engpässen kannst du als Lehrerin und vor allem bei einem eventuellen Beamtenstatus aber sehr gelassen dieses Thema betrachten. In den folgenden Abschnitten wird ausführlich erläutert, wann du wie viel Geld als schwangere Lehrerin zu erwarten hast. Hier wird vor allem Bezug auf die verschiedenen relevanten Zeiträume vor und nach der Geburt eingegangen, um rundum deutlich zu machen, wie es in diesen Zeiten mit den finanziellen Mitteln bestellt ist. Mit diesen Informationen kannst du dich dann mit Sicherheit viel beruhigter auf den Nachwuchs freuen.

Verschiedene relevante Zeiträume vor und nach der Geburt

Wenn es darum geht herauszufinden, mit welchen Einkünften du während der Schwangerschaft bzw. während des Mutterschutzes und darüber hinaus rechnen kannst, sind verschiedene temporäre Abschnitte von wichtig und auch unterschiedlich zu bewerten.

  • Schwangerschaft


    Die Schwangerschaft umfasst natürlich den gesamten Zeitraum bis zur Geburt. Hier wird mit diesem Begriff aber nur die Zeit bis zum Beginn der Mutterschutzfrist beschrieben, welche sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt. In dieser Zeit erhältst du dein ganz normales Einkommen ohne Einschränkungen. Das gilt auch, wenn es aufgrund erhöhter Risiken zu einem Beschäftigungsverbot kommt.
  • Mutterschutz


    Der Mutterschutz ist gesetzlich vorgeschrieben als Schutz, um Mutter und Kind nicht zu gefährden. Neben den verschiedenen Regelungen ist vor allem die Mutterschutzfrist von besonderer Bedeutung. Sie beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet acht Wochen nach der Geburt bzw. 12 Wochen bei einer Mehrlingsgeburt. In dieser Zeit herrscht ein allgemeines Beschäftigungsverbot für die Lehrerin. In dieser Zeit erhältst du als gesetzlich versicherte Person 13 Euro pro Tag von der gesetzlichen Krankenversicherung als Mutterschaftsgeld. Eine eventuelle Differenz zum gewohnten Einkommen trägt der Arbeitgeber, sodass keine finanzielle Lücke entsteht. Privatversicherte Lehrer können das Mutterschaftsgeld in Höhe von einmalig 210 Euro bei der Mutterschaftsgeldstelle des Bundesversicherungsamtes beantragen. Auch hier zahlt der Arbeitgeber ein Gehalt, welches die Differenz vom eigentlichen Gehalt zu den schon erwähnten 13 Euro am Tag ausgleicht.
  • Elternzeit


    Nach dem Mutterschutz kann dann die Elternzeit genommen werden, um ohne arbeiten zu müssen für das Kind und dessen Betreuung, Erziehung und Entwicklung da sein zu können. In dieser Zeit besteht das Anrecht auf das Elterngeld. Ein Elternteil kann maximal 12 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen. Der andere Elternteil hat Anspruch auf weitere 2 Monate, wenn er diese am Stück als Elternzeit nimmt. Das Elterngeld kann auch auf 24 Monate erweitert werden, wenn zum Beispiel währenddessen in Teilzeit gearbeitet wird und die dafür in Anspruch genommene Zeit 30 Wochenstunden nicht übersteigt. Die Höhe des Elterngeldes beträgt zwischen 65 und 67 Prozent, wobei sich die Staffelung am Einkommen orientiert und mindestens 300 Euro sowie höchstens 1.800 Euro gezahlt werden. Umfassende Informationen bietet der separate Artikel zum Thema Elterngeld.
  • Teilzeitarbeit


    Die Teilzeitarbeit als Lehrerin ist in der Elternzeit erlaubt. Allerdings bleibt das Recht auf Elterngeld nur erhalten, wenn die Arbeitszeit 30 Stunden in der Woche nicht übersteigt. Zudem ist es wichtig sich zu informieren, wie das so verdiente Einkommen an das Elterngeld angerechnet wird, um nicht zu viel Geld plus Zeit fürs Arbeiten zu verschenken. Durch die Teilzeitarbeit kann der Anspruch auf Elterngeld auf 24 Monate verlängert werden.
  • Vollzeit


    Möchtest du Vollzeit arbeiten als Lehrerin, hast du keinen Anspruch auf Elterngeld, welches du aufgrund des dann wieder normalen Gehaltes aber auch nicht mehr brauchst. Du solltest allerdings überlegen, ab wann du das machen möchtest, denn das neugeborene Kind und auch du werdet jede gemeinsame Zeit genießen.

Unterschiede Gehalt während der Schwangerschaft: verbeamtet & angestellte Lehrerin

Das Gehalt während der Schwangerschaft richtet sich nach der jeweiligen Phase, sprich normales Arbeiten, Mutterschutzfristen oder Elternzeit und auch nach der vorhandenen Art der Krankenversicherung. Unterschiede zwischen Beamten und angestellten Lehrern ergeben sich demnach nicht wegen der bestehenden Schwangerschaft, sondern der sowieso bestehenden Gehaltsabweichungen zwischen verbeamteten und angestellten Lehrern. Hier ist häufig noch ein Plus bei den Beamten anzutreffen, was allerdings auch hauptsächlich in den Zusatzleistungen für Beamte zu erklären ist.

TIPP

Verträge vergleichen

Gerade zusätzliche Absicherungen wie Krankenzusatzversicherungen oder Verträge für die Altersvorsorge, für die angestellte Lehrer eigene Beiträge aufbringen müssen, lassen sich optimal mit entsprechenden Versicherungsvergleichen steuern, um bessere Leistungen zu geringeren Beiträgen zu erhalten.

Welche Faktoren haben Einfluss auf die Höhe des Gehaltes?

Wie die Informationen bisher deutlich machen, hast du während der Schwangerschaft nicht mit finanziellen Engpässen zu rechnen. Um zu wissen, was du verdienst, reicht also der Blick auf das übliche Gehalt von Lehrern, welches allerdings durch verschiedene Faktoren variieren kann.

  • Mitentscheidend ist das Bundesland, in dem du unterrichtest. Die Länder sind verantwortlich für die Bezahlung und bestimmen somit auch das Gehalt, was quer durch Deutschland zu großen Unterschieden führt.
  • Weiterhin spielt der Status eine wichtige Rolle. So verdienen verbeamtete Lehrer in den meisten Fällen immer noch mehr als angestellte Lehrer. Berlin und Sachsen beschäftigen Lehrer derzeit allerdings ausschließlich im Angestelltenstatus.
  • Zudem gibt es die verschiedenen Besoldungsgruppen, die sich nach Art und dem Umfang der Tätigkeiten orientieren, zu denen neben dem Unterricht auch leitende und organisierende Funktionen hinzukommen können.
  • Nicht zuletzt ist es auch die Berufserfahrung, die dafür sorgt, dass Gehälter von Lehrern höher ausfallen.

Gehaltsübersicht

Tabelle zur Orientierung des Gehaltes während Schwangerschaft, Mutterschutz und Elternzeit

Als Einblick in die Gehälter von Lehrern kann die folgende Tabelle dienen, die das Bruttogrundgehalt von Gymnasiallehrern in der Besoldungsgruppe A13 jeweils in Euro aufzeigen und zwar zum Berufsstart sowie nach 20 Jahren Berufserfahrung. Die Gehälter sind Ausgangspunkt für die spätere Betrachtung des in der Schwangerschaft zu erwartenden Geldes.

BundeslandGehalt BerufsstartGehalt 20 Berufsjahre
Baden-Württemberg4.0644.661
Bayern3.9454.640
Berlin5.0005.000
Brandenburg3.7164.445
Bremen3.8924.456
Hamburg3.8904.857
Hessen3.6484.661
Mecklenburg-Vorpommern3.5284.776
Niedersachsen3.5774.505
Nordrhein-Westfalen4.0384.623
Rheinland-Pfalz3.4974.402
Saarland3.7004.427
Sachsen3.9825.178
Sachsen-Anhalt3.7684.867
Schleswig-Holstein3.7314.476
Thüringen3.7944.551

In Berlin und Sachsen werden Lehrer nur angestellt, weshalb hier statt eines Beamtenbezuges das Angestelltengehalt gewählt wurde. Quelle: Besoldungs- und Entgelttabellen der Länder, Mai 2017, Angabe des Gehaltes in Euro

Nimmt man als Beispiel den Lehrer in Nordrhein-Westfalen zu Zeiten des Berufsstarts mit einem Bruttogrundgehalt von ca. 4.000 Euro und hinterlegt dafür ein Nettoeinkommen von 2.400 Euro, bedeutet das für die verschiedenen Phasen der Schwangerschaft folgende Einkünfte:

  • Schwangerschaft bei weiter voller Beschäftigung


    Du erhältst weiter dein volles Bruttogrundgehalt in Höhe von 4.038 Euro, weil du schließlich ganz normal weiterarbeitest. Das gilt auch für den Fall eines individuellen Beschäftigungsverbotes, während dem es nicht zu einer Gehaltskürzung kommt.
  • Mutterschutzfristen


    In den vom Beschäftigungsverbot geprägten Mutterschutzfristen sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt erhältst du Mutterschaftsgeld. Das beträgt bei gesetzlich versicherten Lehrern 13 Euro am Tag und bei privat versicherten Lehrern kann eine einmalige Zahlung von 210 Euro beantragt werden. Die 2.400 Euro netto sind umgerechnet 80 Euro am Tag, sodass der Arbeitgeber 67 Euro täglich als Ausgleich beisteuern muss.
  • Elternzeit und Bezug von Elterngeld


    Du erhältst 12 Monate ein Elterngeld in Höhe des maximalen Betrages von 1.800 Euro.

Welche Abzüge vom Netto-Gehalt haben Lehrerinnen während der Schwangerschaft/Mutterschutz?

Die Abzüge eines Lehrers sind abhängig vom Status. So hat der angestellte Lehrer dieselben Abzüge wie jeder andere auch in Form von Steuern und Sozialabgaben. Verbeamtete Lehrer profitieren davon, keine Sozialabgaben leisten zu müssen. Dafür müssen sie sich aber um eine Krankenversicherung kümmern, bei der sich aufgrund der ihnen zustehenden Beihilfe spezielle private Krankenversicherungen anbieten. Hier sind Vergleiche von privaten Krankenversicherungen empfehlenswert, um Kosten zu sparen und an hochwertigen Leistungen zu gewinnen. Diese Abzüge gelten auch während der Schwangerschaft und während des Mutterschutzes. Schließlich erhältst du in diesen Zeiten auch dasselbe Gehalt.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass du dir während der Schwangerschaft keine großen finanziellen Sorgen machen musst und dich voll und ganz auf deinen Nachwuchs freuen kannst.

  • Während der Schwangerschaft und individueller Beschäftigungsverbote bekommst du das gewohnte Einkommen.
  • Während der Mutterschutzfristen erhältst du eine Kombination aus Mutterschaftsgeld und Geld vom Arbeitgeber, sodass das gewohnte Einkommen gesichert ist.
  • Erst mit dem Elterngeld während der Elternzeit kommt es zu Einschnitten bei den Einkünften. Das Elterngeld ist aber eine große finanzielle Hilfe, um sich ohne Arbeit auf die Betreuung und Erziehung des Kindes kümmern zu können.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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