Beihilfe für Lehrer und Referendare

Hauke Simonsen   | Ratgeber Lehrer | Letztes Update: 15. Februar 2021

Als Lehrer oder auch schon als Referendar unterliegst du besonderen Regelungen, die gleichzeitig auch viele vorteilhafte Effekte mit sich bringen. Einer dieser Vorteile ist die so genannte Beihilfe, von der du im Krankheitsfall und somit auch in Bezug auf eine entsprechende Krankenversicherung profitierst. Im Folgenden erhältst du alle wichtigen Informationen rund um das Thema Beihilfe.

Was ist die Beihilfe?

Im Rahmen der Fürsorgepflicht des Dienstherrn für seine Beamten stellt die Beihilfe eine finanzielle Unterstützung dar, die als eigenständige Krankenfürsorge bezeichnet werden kann. Der Staat zahlt dir als Lehrer dabei allerdings nicht einen Teil deiner Krankenversicherung, wie man es aus dem Angestelltenverhältnis kennt. Vielmehr ist es ein Zuschuss für anfallende Krankheitskosten, der nicht monatlich bezahlt wird, sondern nur dann, wenn auch wirklich medizinische Untersuchungen und Behandlungen oder Medikamente in Anspruch genommen werden.

Du musst demnach weniger Krankheitskosten zahlen, sodass du im Rahmen einer privaten Krankenversicherung spezielle Tarife für Beamte mit geringeren Leistungen und somit auch geringeren Beiträgen abschließen kannst, um rundum abgesichert zu sein.

Was zahlt die Beihilfe?

Wenn du als Lehrer Anspruch auf die Beihilfe hast, bedeutet das, dass du finanziell unterstützt wirst, wenn es um Aufwendungen geht, die im Rahmen von medizinischen Untersuchungen und Behandlungen vorkommen. Speziell geht es dabei um Aufwendungen, die in folgenden Fällen zustande kommen:

  • Krankheitsfälle
  • Früherkennungen von verschiedenen Krankheiten
  • Schutzimpfungen
  • Heilkuren
  • Behandlungen in einem Sanatorium
  • Rehabilitationsmaßnahmen
  • Pflegefälle
  • Empfängnisregelungen
  • Geburtsfälle
  • nicht rechtswidriger Abbruch einer Schwangerschaft
  • krankheitsbedingte Sterilisation

Hälfte oder mehr Krankenversicherung?

Da die Beihilfe in der Regel 50 Prozent der Krankheitskosten übernimmt, muss entsprechend nur für den Rest ein Krankenversicherungsschutz abgeschlossen werden. Die privaten Krankenversicherungen bieten dabei spezielle Tarife an, die einen entsprechend geringeren Leistungsumfang besitzen und dementsprechend auch durch günstigere Beiträge überzeugen.

Wichtig ist der Blick auf die verschiedenen Kosten, weil es spezielle Regelungen gibt, durch die manchmal mehr als die Hälfte durch eine Krankenversicherung abgedeckt werden muss, um gänzlich ohne eigene Beteiligung zu bleiben. Bei der Überprüfung der verschiedenen Regelungen lohnt es sich jederzeit, zwischen folgenden Bereichen zu unterscheiden:

  • Aufwendungen
  • Arzneimittel
  • Rehabehandlungen

Aufwendungen

Bei den Aufwendungen gibt es viele verschiedene Bereiche, bei denen man bestimmte Grenzen bezüglich der Beihilfe beachten muss. Die folgende Liste bilden Beispiele und für ein komplettes Bild der beihilfefähigen Aufwendungen solltest du bei der entsprechend zuständigen Beihilfestelle nachfragen.

  • Gebührenordnung der Zahnärzte: Bei zahnärztlichen Leistungen gilt zum Beispiel immer die Gebührenordnung der Zahnärzte (GOZ). Hier muss immer darauf geachtet werden, welcher Satz als beihilfeberechtigt angesehen wird und was darüber hinaus geht und folglich als eigene Leistung gilt. Im Bereich des Zahnersatzes werden meistens 70 Prozent der Kosten akzeptiert und die 50 Prozent der Beihilfe werden dann von diesem reduzierten Betrag gerechnet.
  • Brillen und Kontaktlinsen: Im Bereich der Brillen und Kontaktlinsen gibt es auch verschiedene Grenzen. So sind 13 Euro beispielsweise die maximale Grenze für eine Refraktionsbestimmung, während Einschleifkosten bis zu 25 Euro übernommen werden. Gestelle für Brillen werden bis zu einem Preis von 70 Euro bei der Beihilfe berücksichtigt.
  • Stationäre Krankenhausbehandlung: Wichtige Fakten betreffen in diesem Zusammenhang vor allem auch die stationäre Krankenhausbehandlung. So werden die Kosten für speziell zugelassene Krankenhäuser übernommen. Wählst du ein anderes Krankenhaus wie eine spezielle private Klinik, erhältst du auch nur Beihilfe für die Kosten, die eine vergleichbare Behandlung in einem zugelassenen Krankenhaus mit sich bringen würde. Zudem kommt es zu einem Selbstbehalt von 25 Euro am Tag.

Arzneimittel

Bei Arzneimitteln muss man bei der Betrachtung zwischen verschreibungspflichtigen und nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sowie Medizinprodukten unterschieden werden.

Auch wenn es sich um verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt, gibt es Ausnahmen, die nicht als beihilfefähig gelten. Das gilt zum Beispiel für:

  • Arzneimittel gegen grippale Infekte und Erkältungskrankheiten
  • Schmerzmittel, Schnupfensprays sowie hustenlösende oder -mindernde Mittel, wenn sie nicht für schwere gesundheitliche Störungen benötigt werden.
  • Therapeutika für Mund und Rachen, wenn sie nicht nach einer Operation, bei einer Pilzinfektion oder einem Geschwür in der Mundhöhle benötigt werden.
  • Abführmittel

Arzneimittel, die nicht verschreibungs- oder apothekenpflichtig sind, gelten für volljährige Versicherte in der Regel nicht als beihilfefähig. Das sieht anders aus, wenn

  • sie eine Haupttherapie mit verschreibungspflichtigen Mitteln begleiten.
  • sie wichtig sind, um schädliche Nebenwirkungen verschreibungspflichtiger Arzneimittel zu verhindern.
  • sie als Standard für die Therapie bei schweren Erkrankungen gelten.

Besondere Medizinprodukte sind dann nicht beihilfefähig, wenn sie ausschließlich Produkte des täglichen Bedarfs ersetzen sollen, wie zum Beispiel verschiedene Kosmetika oder Nahrungsergänzungsmittel. Sie sind zudem nicht beihilfefähig, wenn sie lediglich die Lebensqualität erhöhen sollen.

Rehabehandlungen

Bei Rehabehandlungen gibt es immer spezielle Preisvereinbarungen mit den Sozialversicherungsträgern, die als Pauschale gelten. Leistungen außerhalb dieser Vereinbarung wie spezielle Bäder oder Massagen fallen nicht unter die Beihilfeberechtigung.

Um bestmöglich abgesichert zu sein, ist es bei der Suche nach einer optimalen Krankenversicherung und einem umfassenden Leistungsumfang immer sehr wichtig, sich über die im eigenen Bundesland geltenden Regelungen zu informieren.

Wer hat Anspruch auf Beihilfe?

Grundsätzlich hat jeder ein Recht auf die Beihilfe, wenn er Dienstbezüge wie Amtsbezüge, Anwärterbezüge oder auch ein Ruhegehalt erhält. Demzufolge kann grob gesagt werden, dass folgende Personen beihilfeberechtigt sind:

  • Beamte von Bund und Ländern
  • Beamtenanwärter
  • Referendare während ihrer Status „Beamte auf Widerruf“
  • Ehemalige Beamte
  • Angehörige der aufgeführten Berechtigten unter Berücksichtigung spezieller Einkommensgrenzen

Wie hoch ist die Beihilfe?

Für die Höhe der Beihilfe gelten folgende Beihilfebemessungssätze:

  • 50 Prozent für die beihilfeberechtigte Person
  • 70 Prozent, wenn eine beihilfeberechtigte Person mindestens zwei berücksichtigungsfähige Kinder hat
  • 70 Prozent für berücksichtigungsfähige Partner
  • 80 Prozent für Kinder, die im Familienzuschlag berücksichtigt werden

Die normale Beihilfe in Höhe von 50 Prozent hat also zur Folge, dass grundsätzlich die Hälfte der entstehenden Kosten übernommen wird. das wiederum bedeutet, dass du als Lehrer oder Referendar nur noch die andere Hälfte absichern musst. Dementsprechend brauchst du eine Versicherung mit in etwa nur der Hälfte des Leistungsumfangs. Solche Tarife werden von den privaten Krankenversicherungen speziell zugeschnitten angeboten, sodass auch die entsprechenden Beiträge sehr viel geringer ausfallen.

Beihilfe – Unterschiede zwischen den Bundesländern

Es gibt keine bundeseinheitlichen Regelungen bezüglich der Beihilfe, sodass es wichtig ist, dass du dich immer speziell in deinem Bundesland über die eigenen Bestimmungen informierst.

Wesentliche Unterschiede zwischen den Bundesländern sind vor allem in folgenden Punkten zu finden:

  • Unterschiede in den Einkommensgrenzen, die den Partner zu einer Beihilfe berechtigen.
  • Beihilfeberechtigte Wahlleistungen beim Aufenthalt im Krankenhaus.
  • Pauschale Beihilfen für die Ausstattung neugeborener Kinder
  • Beihilfeberechtigte Leistungen im Pflege- oder Todesfall.
  • Oft wird unterschieden zwischen einem Eigenbehalt und einer Kostendämpfungspauschale.
  • Zudem gibt es den Bundesländern unterschiedliche Bagatellgrenzen und Antragsfristen.

Wie erhalte ich Beihilfe?

Die Beihilfe erhältst du nur dann, wenn du einen entsprechenden Antrag stellt. Dieser geht dann an die entsprechende Festsetzungsstelle. Zuständig sind die vielen verschiedenen Beihilfestellen, wobei du dich immer nur an die Beihilfestelle wenden kannst, die für dein Bundesland zuständig ist. Die wichtigen Formulare und auch die entsprechend zuständigen Beihilfestellen kannst du im Internet in Erfahrung bringen.

Zusammenfassung

Mit der Beihilfe profitieren Beamte von einer sehr attraktiven finanziellen Unterstützung durch den Dienstherrn. Auch wenn die nicht stattfindende Übernahme von Anteilen der Versicherungsbeiträge durch den Chef auf den ersten Blick wie ein regelmäßiger Nachteil aussieht, äußert sich die Beihilfe bei genauerer Betrachtung als die weitaus attraktivere Variante.

Vor allem wenn du bei der Wahl deines Versicherungsschutzes die speziell auf diese Beihilfe ausgerichteten Tarife der privaten Krankenversicherung für dich nutzen kannst, reduzieren sich sowohl die zu bezahlenden Krankheitskosten als auch der monatlich zu entrichtende Beitrag für die PKV, deren Leistungsumfang entsprechend der Beihilfe geringer und somit auch kostengünstiger ist.

Häufig gestellte Fragen

Das könnte dich auch interessieren

Kostenlose Online-Beratung

Kostenlose Online-Beratung

Vereinbare jetzt ganz einfach einen Termin zur Online-Beratung. Du benötigst dafür lediglich Deinen Computer.

  • Komplett Transparent mit Bildschirmübertragung
  • Direkter Einblick in unsere Vergleichsprogramme
  • Die Beratung ist kostenlos, unabhängig und unverbindlich

Scroll to Top