Schwanger im Lehramts-Referendariat

Hauke Simonsen   | Ratgeber Referendare | Letztes Update: 13. Januar 2021

Wenn du im Referendariat erfährst, dass du schwanger bist, vermischen sich die glücklichen Gefühle schnell mit Sorgen, Bedenken und oft einer Unwissenheit über das, was jetzt gemacht werden muss und was denn da jetzt beruflich und finanziell auf dich zukommt. Dieser Artikel bietet zahlreiche Informationen zu Meldepflichten, Besonderheiten, Einschränkungen und auch zum Einkommen während der Schwangerschaft und Elternzeit. Das hilft sehr dabei zu wissen, was wichtig ist, die Sorgen in den Hintergrund rücken zu lassen und sich gut vorbereitet und informiert über die Schwangerschaft und auf das Kind freuen zu können.

Wie unterscheidet sich der Mutterschutz eine Referendarin von einer Lehrerin?

Der Mutterschutz macht keinen Unterschied zwischen einer Referendarin und einer Lehrerin. Grundsätzlich gelten dieselben Regelungen, wobei bei Lehrerinnen immer auch die Möglichkeit besteht, die Zeiten zu reduzieren und statt Vollzeit in Teilzeit zu arbeiten. Das Referendariat bietet keine Möglichkeit der Teilzeit, sodass das aber der einzige Unterschied ist. Beide Formen der Tätigkeit werden umfassend so betrachtet, dass es zu keiner Zeit zu einem Risiko für Mutter und Kind kommt. Neben den Fristen für den Mutterschutz sind auch die grundlegenden Regelungen bzgl. von Leistungen während der Schwangerschaft und Elternzeit gleich. deshalb bieten sich als weitere Informationsquelle auch sämtliche Artikel an, die hier über die Schwangerschaft einer Lehrerin informieren.

Schwangerschaft melden

Wenn du von der Schwangerschaft erfährst, ist es im Referendariat wichtig, sofort die entsprechenden Personen darüber zu informieren. Vielleicht ist dieser Schritt nie der leichteste, aber er ist wichtig, damit alle Regelungen getroffen werden können, die dich und dein Kind vor eventuellen Risiken schützen.

  • Wo muss die Schwangerschaft gemeldet werden


    Sobald du weißt, dass du schwanger bist, solltest du umgehend die wichtigen Stellen darüber informieren. Dazu gehören zum einen der Schulleiter der Schule, wo du das Referendariat absolvierst, sowie dein Ausbildungsseminar. Informiere sie über die Schwangerschaft und den voraussichtlichen Termin der Entbindung.
  • Welche Unterlagen werden benötigt?


    Als Unterlage reicht bei der Meldung in der Regel eine Kopie des Mutterpasses, den du von der Krankenkasse erhältst, sobald dein Arzt die Schwangerschaft festgestellt bzw. bestätigt hat. Manchmal wird eine spezielle Bescheinigung gefordert, die dann aber auch kurzfristig vom Arzt oder von der Krankenkasse ausgestellt wird.
  • Was passiert im Anschluss?


    Sobald du die Schwangerschaft gemeldet hast, muss die Schulleitung umgehend eine Gefährdungsprüfung durchführen. Das bedeutet, dass begutachtet wird, inwieweit deine Arbeit in der Schule die Schwangerschaft gefährden kann, wenn zum Beispiel erhöhte Unfallrisiken oder zu große Stresssituationen bestehen. Es muss geschaut werden, ob ohne Bedenken das Referendariat fortgesetzt werden kann, ob der Aufgabenbereich angepasst werden oder ein Beschäftigungsverbot erteilt werden muss. Hierfür sind auch weitere ärztliche Untersuchungen notwendig. Dort muss der Arzt den so genannten Immunstatus feststellen und entscheiden, ob weitergearbeitet werden darf oder ob beispielsweise auch Ansteckungs- und Infektionsrisiken zu gefährlich sind. Bis zu einer solchen Entscheidung besteht vorab erst einmal zu deiner eigenen Sicherheit ein Beschäftigungsverbot, was den Kontakt mit Kindern betrifft.

Welche Sonderregelungen gelten für Lehramts-Referendare während der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft sind das Leben und die Gesundheit von dir und deinem Kind das Wichtigste und deshalb muss bei der Ausführung des Referendariats immer darauf geachtet werden, dass keinerlei Risiken bestehen. Deshalb gelten folgende Sonderregelungen:

  • Erhöhte Unfallgefahr


    Eine erhöhte Unfallgefahr muss vermieden werden. Besteht diese zum Beispiel durch die Risiken zu fallen, auszurutschen oder angegriffen zu werden, sind die entsprechenden Tätigkeiten sofort zu verbieten oder deren Umfang und Ort abzuwandeln.
  • Pausenaufsicht


    Während der Schwangerschaft wird es nicht zu einer Pausenaufsicht kommen, weil die dortigen Risiken nicht zu überschauen sind.
  • Sportunterricht


    Gerade auch der Sportunterricht ist in diesem Zusammenhang zu nennen, weil dort die körperliche Anstrengung an der Tagesordnung steht und es durch das Aufbauen von Sportgeräten, durch das Vormachen diverser Übungen oder auch einfach durch langes Stehen zu großen Risiken kommen kann. Ein Verbot ist hier ebenso möglich wie die Umstellung des Unterrichts, wie zum Beispiel durch andere Inhalte oder die Übernahme des Aufbaus durch die Schüler.
  • Chemieunterricht


    Auch Fächer wie Chemie gehören zu speziell zu betrachtenden Arbeitsbereichen. Denn während der Schwangerschaft ist der Umgang mit gefährlichen Stoffen wie Chemikalien verboten. Entweder kann dann der Unterricht ohne Kontakt zu diesen Stoffen erfolgen oder es muss ein Unterrichtsverbot erfolgen.
  • Infektionskrankheiten


    Bei Fällen von Infektionskrankheiten an der Schule sind besondere Regelungen betrachtet, die je nach Immunstatus auch zu einem vorübergehenden Beschäftigungsverbot führen können. Ob und wie lange das der Fall ist, hängt immer von der Art der Infektionskrankheit ab.
  • Mehr Pausen


    Während der Schwangerschaft ist es wichtig, dass die die Möglichkeit eingeräumt wird, häufiger Pausen machen zu können. Zudem ist eine Mehrarbeit während der Schwangerschaft verboten.

Wie lange dürfen Referendare noch arbeiten?

Wenn keine Beschäftigungsverbote dazwischen kommen, kannst du grundsätzlich bis zum Beginn der Mutterschutzfrist arbeiten. Diese beginnt sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin. Ab diesem Zeitpunkt schreibt das Mutterschutzgesetz vor, dass du nicht mehr arbeiten darfst, um dich und das Kind zu schützen und auf die Geburt vorbereiten zu können.

In Ausnahmefällen kannst du selber allerdings den Wunsch äußern, doch tätig sein zu dürfen, um beispielsweise eine anstehende Prüfung durchführen zu können. Hier ist dann aber zwingend eine ärztliche Unbedenklichkeitserklärung notwendig. Hier geht es auch nur um deinen persönlichen Willen, sodass du diesen Wunsch nach Beschäftigung jederzeit widerrufen kannst.

Die Mutterschutzfrist weitet sich auch auf die Zeit nach der Geburt aus, sodass du auch acht Wochen (bei Mehrlingen zwölf Wochen) nach der Entbindung nicht arbeiten darfst.

Elternzeit bei Lehramts-Referendaren

Die Elternzeit ist eine gesetzlich eingerichtete Möglichkeit für Eltern, den Beruf vorübergehend ruhen zu lassen, um sich persönlich um die Betreuung und Erziehung des Kindes kümmern zu können, ohne dadurch den Anspruch auf den Arbeitsplatz zu verlieren.

  • Insgesamt besteht ein Anspruch auf eine Elternzeit von 24 Monaten. Diese Monate können variabel verteilt werden, wobei der große Teil bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres des Kindes genommen werden muss. Möglich ist es aber auch, einen Teil dieser Monate zwischen den dritten Geburtstag und das vollendete achte Lebensjahr vom Kind zu legen.
  • Die Elternzeit kann frei zwischen den beiden Elternteilen aufgeteilt oder auch nur von einem in Anspruch genommen werden.
  • Die geplante Elternzeit muss der Schulleitung rechtzeitig gemeldet werden. Gilt es um die Elternzeit bis zum vollendeten dritten Lebensjahr muss die Meldung sieben Wochen vorher und bei einer Elternzeit nach dem dritten Geburtstag dreizehn Wochen vor dem gewünschten Termin erfolgen.

Elterngeld bei Lehramts-Referendaren

Wenn du dein Referendariat absolvierst, erhältst du kein Gehalt, weil es sich noch nicht um einen Beruf handelt. Damit du dich aber voll und ganz auf deine Tätigkeit als Referendarin konzentrieren kannst, erhältst du als Einkommen den so genannten Anwärtergrundbetrag. Die Höhe ist abhängig von vielen Faktoren und vor allem vom entsprechenden Bundesland, in dem du das Referendariat absolvierst. Mehr Informationen zum Einkommen und zusätzlichen Zuschlägen kannst du den entsprechenden Artikeln zum Gehalt von Referendaren und Lehrern entnehmen.

Gehst du in Elternzeit entfällt dieses Einkommen. Damit die finanziellen Verhältnisse während der Elternzeit zumindest grundlegend gesichert sind und sich mehr Eltern auch diese „Auszeit“ zur Betreuung und Erziehung der Kinder leisten können, gibt es das Elterngeld.

  • Das Elterngeld wird insgesamt 14 Monate gezahlt, wobei 12 Monate auf einen Elternteil entfallen und zwei weitere dem anderen Elternteil zustehen, wenn dieser auch in Elternzeit geht.
  • Der Antrag auf das Elterngeld muss bei der entsprechenden Elterngeldstelle gestellt werden. Die entsprechenden Adressen und Formulare kann man einfach im Internet finden.

Welche Zuschüsse erhalten Lehramts-Referendare während der Elternzeit?

Während der Elternzeit besteht das Einkommen also zumindest zeitweise aus dem Elterngeld. Die Höhe vom Elterngeld richtet sich nach dem vorher verdienten Einkommen. Es beträgt dann 67 Prozent dieses Einkommens, wobei es einen Mindestbetrag von 300 Euro und eine maximale Zahlung von 1.800 Euro gibt.

Zudem steht dir das Kindergeld als weitere monatliche Unterstützung zu. Seit Juli 2019 beträgt das Kindergeld
Kindergeld seit dem 1. Juli 2019

  • 204 Euro für das erste und zweite Kind
  • 210 Euro für das dritte Kind und
  • 235 Euro ab dem vierten Kind.

Wiedereinstieg ins Referendariat

Sobald die acht Wochen der Mutterschutzfrist nach der Entbindung vorüber sind, kannst du wieder arbeiten gehen, wenn du die Elternzeit nicht für dich in Anspruch nehmen möchtest. Eine entsprechende Meldung an die Schulleitung und an das Ausbildungsseminar sollte spätestens vier Wochen vorher erfolgen, damit die entsprechenden Stellen optimal planen können, wie es weitergeht.

Zu beachten ist dabei immer, dass es während des Referendariats keine Möglichkeit zur Teilzeit gibt. Es heißt also zunächst, das Studium inklusive Referendariat zu beenden. Anschließend hast du dann die Wahl, eine Stelle in Voll- oder Teilzeitarbeit zu suchen und an dein Leben als Mutter anzupassen.

Geht es weder los mit der Arbeit, solltest du dringend vorher auch mit deinem Arzt abklären, ob das von deinem Zustand und der Belastung in Ordnung ist. Um keine Risiken einzugehen ist auch mit dem Schulleiter genau abzusprechen und zu planen, welche Unterrichtseinheiten möglich sind und welche nicht und in welcher Form zusätzliche Pausen möglich sind. Die können gerade für stillende Mütter von großer Bedeutung sein.

Fazit

Für die Schwangerschaft während des Referendariats sowie für die Zeit nach der Geburt gibt es so viele Regelungen, dass du dir keine Sorgen machen musst, sondern dich uneingeschränkt über und auf das neue Leben in dir freuen kannst.

  • Besondere Bedingungen und Regelungen sorgen dafür, dass deine Arbeit während der Schwangerschaft so gestaltet wird, dass keine Gefahr für Gesundheit und Leben von dir und dem Kind besteht.
  • Die Mutterschutzfristen sorgen mit gesetzlicher Unterstützung dafür, dass die berufliche Tätigkeit direkt vor und nach der Geburt untersagt ist.
  • Die Elternzeit und das Elterngeld geben dir die Möglichkeit, dich ohne Angst um den Job oder vor finanziellen Problemen voll und ganz um die Erziehung und de Betreuung von deinem Kind kümmern zu können.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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